Aufbissschiene
Eine Aufbissschiene (auch Knirscherschiene) dient der Behandlung von Erkrankungen des Kausystems (Myoarthopathie). Ziel ist es, Über- und Fehlbelastungen der Zähne und Kiefergelenke zu beseitigen.
Die Aufbissschiene wird angewendet bei Substanzverlust durch mechanischen Abrieb (Abrasion) an den Zähnen. Sie soll die Zähne vor weiterem Substanzverlust schützen.
Häufig kommt die Schiene zum Einsatz, wenn bei geschlossenem Kiefer eine mangelhafte Auflage der Kauflächen vorliegt. Dies entsteht durch Fehlbiss oder weil die beiden Hälften des Gebisses aus anderen Gründen nicht ineinander passen. Durch ungleichmäßige Auflage entsteht erhöhter Abrieb der Zahnsubstanz.
Bei Bruxismus (Reiben/Knirschen und Aufeinanderpressen der Zähne) entsteht Verschleiß. Knirschen und Pressen erfolgt meist unbewusst, meist nachts. Die Aufbissschiene wirkt wie ein Schutzüberzug für die Zähne. Das Knirschen oder Pressen wird zwar dadurch nicht verhindert, aber weil die Schiene weicher ist als die Zähne, wird beim Knirschen die Schiene abgerieben und nicht die Zähne.
Weil die Schiene selbst ca. 1 mm dick ist, erzeugt sie einen größeren Abstand zwischen Unter- und Oberkiefer. Dadurch wird die Ruheschwebelage und das gewohnte Kaumuster verändert. Manchmal wird dadurch das unbewusste Knirschen oder Pressen unterbrochen.
Beide Erkrankungen können eine ganze Reihe von Folgeerkrankungen hervorrufen. Zu diesen zählen: Kraniomandibuläre Dysfunktion, Kopfschmerzen (mit der Fehldiagnose Migräne) und auch weiteren Schmerzen; außerdem sollen diese angeblich Tinnitus verursachen; Zähneknirschen mit zugehörigen Folgeschäden.
Deshalb ist es zusätzlich wichtig, Knirschen und Pressen zu verhindern, oder den Fehlbiss zu korrigieren.
Die Schiene wird meist nachts getragen, in manchen Fällen auch tagsüber. Sie soll das unbewusste Knirschen mit den Zähnen reduzieren.